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Die Protomundo-Charta - die Welt ist was wir daraus machen

..., und nicht was wir darin sind. Damit befinde ich mich auf der Linie des Kantschen Kategorischen Imperativs, wonach das Handeln das (gut oder böse) Sein bestimmt, und die Hegelsche Idee und insbesondere seiner linken Fans dazu, daß sich das Sein am Haben festmacht, finde ich eher absurd. Was soll man auch von einem Philosophen halten, der in seiner Kritik einen schweren Kategoriefehler begeht. Kant spricht vom Handeln und Hegel antwortet, daß sich daraus nicht ergibt ob Haben an und für sich gut oder böse ist. Also wirklich, ob Haben gut oder böse ist, kommt nach Kant darauf an, durch welches Handeln man dazu gekommen ist und ggf. was man damit anstellt, darauf hätte Hegel auch selber kommen können, stattdessen erzählt er uns was von Tautologien.

Protomundo

Jedenfalls in meinem Protomundo - eine Wortschöpfung aus proto von griechisch prôtos (erste) und mundo von lateinisch mundus (Welt) - also die Vorderwelt (die vornehme, edle Welt als Gegensatz zur vom (Nicht-)Haben und Vergehen geprägten Hinterwelt), geht es darum was wir Gutes tun und nicht darum was die anderen Böses besitzen. Darum wie wir unser Leben und unsere Welt durch unser Handeln bestimmen, und nicht darum was andere mit ihrem vergänglichen Eigentum sind.

Die Charta

Sie beginnt mit den Idealen der französischen Revolution, die ja auch Eingang in die unter der Federführung von Eleanor Roosevelt ausgearbeiteten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gefunden hatten, und an denen sich unser Grundgesetz orientiert. Keine Frage, Eleanor Roosevelt hat sich durch ihr Handeln und nicht durch ihr Sein einen vornehmen Platz in Protomundo gesichert.

1. Freiheit

Die UN-Menschenrechtscharta und das Grundgesetz sind hier eigentlich ziemlich eindeutig, dennoch kursieren einige abstruse Vorstellungen von Freiheit, z.B. die wonach Freiheit ist, wenn man freiwillig das tut, was andere sagen was zu tun ist. Nein danke, wir denken, entscheiden und verantworten unser Handeln selbst - Stichwort Kategorischer Imperativ.

Hier treffen wir auch auf die essentielle Unvereinbarkeit von totalitär und liberal:

In einem totalitären Haus wird gegessen was auf den Tisch kommt.
In einem liberalen Haus kommt auf den Tisch was gegessen wird.

Kein Zweifel, wir bevorzugen das liberale Haus.

2. Gleichheit

Hiermit ist nicht der mathematische Begriff gemeint, bei dem es um das Gleichsein von etwas geht. Es geht darum, daß jedem Menschen in unserer Vorderwelt das gleiche Handeln zusteht, und da treffen wir schon wieder auf Hegel vs. Kant. Hier geht es um das Recht gleiches tun zu können, und nicht um das Können an sich, und es geht schon mal gar nicht darum Gleiches zu haben und erst recht nicht um das gleiche Sein.

Im Hinblick auf das Können darf sich jeder Mensch Fähigkeiten und Werkzeuge durch geeignetes Handeln erwerben, das ist kein muß. So oder so ist es keine Frage von Gleichheit wenn ein Mensch durch selbstentschiedenes Nichthandeln nicht das kann was andere können.

3. Brüderlichkeit

He Ain't Heavy, He's My Brother ist ein Song der Band The Hollies aus dem Jahr 1969. Sie können sich das Lied anhören und dabei den Liedtext sehen, und zwar auf YouTube (externer Link).

Wir sind alle Brüder und Schwestern, und es gehört dazu, ggf. den/die andere[n|] zu tragen. Dem ist nicht viel hinzuzufügen, außer, daß verantwortungsbewusste Brüder und Schwestern sich nicht schwerer machen als sie sind, sondern im Gegenteil.

Des anderen Lasten tragen, wie es die Hegel-Fans gerne hätten, wenn aus fadenscheinigen Gründen aus Brüderlichkeit auf einmal Solidarität wird, gehört definitiv nicht dazu. Solidarität ist nunmal ein zweischneidiges Schwert, welches immer wieder gerne von Totalitären geschwungen wird. Solidarität gibt es von uns nicht als Blankocheck. Wir gewähren praktische Solidarität durch unser Handeln unter der Maßgabe von Brüderlichkeit (3), Rationalität & Ehrlichkeit (6) sowie unter besonderer Berücksichtigung von (1), (2), (4), (7), (8) und (9). Ansonsten trage jeder Mensch seine Lasten gefälligst selbst.

4. Verantwortlichkeit

Wir halten uns an Gesetze. Zudem wissen wir was richtig oder falsch ist und wir handeln entsprechend (Kant), selbst wenn es kein Gesetz dazu geben sollte. Wenn wir etwas falsches tun (so wie jeder Mensch sind wir nicht unfehlbar), dann stehen wir zu unserer Verantwortung.

Wir nehmen in Kauf, daß der Staat als solches nicht im Richtig-oder-falsch-Business ist, sondern nur im Recht-oder-Unrecht-Business sein kein - der Staat ist schließlich eine Institution und kein vernunftbegabtes Wesen. Im Rechtssystem werden die Waagen regelmäßig durch die Rechtsprechung kalibriert und hin und wieder durch die Legislative und bei den Verfassungsgerichten neu geeicht. Jedenfalls haben wir ein Unrechtsbewusstsein (Kant) und nicht ein Ungerechtigkeitsbewusstsein (Hegel). Leute im Gerechtigkeitssystem haben es dagegen mit ungeeichten Waagen zu tun, und legen gerne auch hin und wieder beliebige Dinge in die Schalen, um gerade genehme Orakel geweissagt zu bekommen.

Wir entschuldigen uns nicht, wir bitten um Entschuldigung. Wir entschuldigen nicht, wenn nicht um Entschuldigung gebeten wurde.

5. Recht auf freie Meinungsäußerung

Wir fordern es nicht, denn es ist uns ja mit Art. 5 GG bereits gewährt. Wir leben es, ertragen es und machen es niemandem streitig.

Das Recht auf freie Meinungsäusserung impliziert das Recht auf freie Meinungsignoranz. So ignorieren wie Neototalitäre, die was über Neoliberale faseln, am besten einfach.

6. Rationalität und Ehrlichkeit

in Arbeit

7. Respekt und Toleranz

in Arbeit

8. Nachhaltigkeit

in Arbeit

9. Kultur

Wir pflegen und erweitern unser Wissen und unsere Fähigkeiten. Wir arbeiten für eine Welt in der wir und unsere Kinder leben wollen.

Copyright © Dr. Rolf Jansen - 2021-10-09 14:39:15