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Meinungsfreiheit auf Z.On: Unfrei frei

Auf ZEIT-Online wurde heute thematisiert, warum sich viele Bürger in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt fühlen. Der Z.On-Artikel ist nicht sonderlich erhellend. Im Grunde handelt es sich um einen großen Eintopf aus vermuteten Befindlichkeiten und sozialen Mechanismen, in dem dann einmal kräftig umgerührt wurde. Nun ist es ein offenes aber in dem Artikel wohlgehütetes Geheimnis, daß insbesondere im Osten der Meinungssegen schief hängt. Ich schreibe also einen Kommentar:

Ich glaube, daß es bereits beim Verständnis, was Meinungsfreiheit ausmacht, wesentliche Unterschiede gibt:

A) Das kanonische Verständnis – Art. 5 GG:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt...


B) Das orientale* Verständnis (*Orient = Osten):

Meinungsfreiheit steht drauf wo Meinung drin ist und drin bleibt. Man sagt also seine Meinung hinter vorgehaltener Hand oder anonym im Internet, und man will nicht, daß jeder weiß, daß er Rumpelstilzchen heißt, der einen hässlichen Furz gelassen hat.


Da stoßen zwei unvereinbare Welten aufeinander. Ich bin im Okzident mit (A) aufgewachsen, und ich finde (B) einfach nur abwegig. Was soll das überhaupt sein, anonyme Meinungsfreiheit? Die Idee dazu gab es schon zu Zeiten der Inquisition im Mittelalter. Jedenfalls ist (B) kein gewährtes Grundrecht, sondern das ergibt sich halt so, wenn man nicht dazu sagt, wer oder was und wo man ist.

Diesen Kommentar hatte ich nach Feierabend (dt. Zeit) eingereicht, und kurz danach hatte d(ie|er) freundliche Zensurolog(in|e)1 den Text durch den folgenden Textbaustein ersetzt:

! Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/nn

Möglicherweise sind 1Zensurolog(in|)en von Z.On beauftragte Soziologie-Studies der Uni-Hamburg, denen durch Uber und kostenlosem ÖVP, ihre natürliche Berufung Taxifahren verbaut wurde. Die können ja schließlich keine Fahrgäste auf der Stange des geklauten Fahrrads mitnehmen. Nun müssen die Armen sich als Click-Worker verdingen. Hoffentlich zahlt Z.On, wenigstens gut. Obwohl, bei diesen Rechtschreibfehlern, ...? Nun, bei Entfernen im Accord spielt korrekte Schreibung dann auch keine Rolle mehr.

Sei es drum, Z.On hat natürlich Hausrecht, und darf auf ihren Seiten zensieren bis sich die Balken biegen. Ich lasse ja auf meinem BLog auch nicht jede Meinung zu ... eigentlich nur meine eigene, die kanonische eben 😇.

Copyright © Dr. Rolf Jansen - 2019-11-07 22:42:40

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