BLog

ImprintImpressum
PrivacyDatenschutz
DisclaimerHaftung
Downloads 

Tragbare Musikgeräte in der EU

Die EU ist besorgt um unser Gehör, und weil sie Tragbare Musikgeräte (Walkman, iPod, iPhone, etc.) nicht einfach verbieten wollte, wurde die Expertengruppe SCENIHR darauf angesetzt, die Risiken auf das Gehör der Bürger durch iPod etc. herauszuarbeiten. Dabei heraus kam die in 2008 veröffentlichte Expertise Tragbare Musikgeräte und Gehör, in der Erfahrungen aus dem Arbeitsschutz im Hinblick auf Geräuschbelastungen am Arbeitsplatz auf den privaten Musikgenuß extrapoliert werden. In epischer Breite werden dabei die Lautstärkewerte aus dem einen Bereich (Krach am Arbeitsplatz) mit den Werten durch Musikgenuß in Relation gebracht. So heißt es:

Der minimale Eingreifpegel für den Schutz des Gehörs der Arbeitnehmer liegt, bei 80 dB für einen 8stündigen Arbeitstag. Es wird angenommen, dass das Risiko einer Gehörschädigung unterhalb dieses Pegels geringfügig ist. Dieser Schallpegel entspricht ungefähr lautem Rufen oder dem Verkehrslärm in der Nähe einer Straße.

Ein paar Seiten weiter heißt es dann:

Das Anhören von Musik bis zu 80 dB(A) wird als sicher eingeschätzt, egal wie lange oder wie häufig tragbare Musikgeräte verwendet werden. Dieser Schallpegel entspricht in etwa lautem Rufen oder dem Verkehrslärm einer nahen Straße. Schallpegel über 80 dB(A) können zu Hörschäden führen, falls die tragbaren Musikgeräte über mehrere Jahre hinweg regelmäßig und zu lange benutzt werden.

Sowas nennt sich wissenschaftliche Studie. Echte Wissenschaftler nennen das Arbeitshypothese, die mit geeigneten Untersuchungen ergebnisoffen zu untermauern oder zu widerlegen gewesen wäre.

Jedenfalls geht die für Verbraucherschutz zuständige Abteilung der EU-Kommission offenbar davon aus, daß sich alle Jugendlichen täglich 8 Stunden lang einen 1000 Hz Sinuston reinpfeifen. Und dessen Schallpegel ist dann gemäß Arbeitschutzregelungen auf 80 dB(A) zu begrenzen, denn hier sind 40 h pro Woche bei 80 dB(A) bzw. 5 h/w bei 89 dB(A) erlaubt. Wir erkennen, daß das Limit noch großzügig ausgelegt wurde, denn der normale Arbeiter ist ja heutzutage gar nicht mehr volle 40 h pro Woche dem vom Arbeitsschutz erlaubten Krach ausgeliefert, es sind doch in aller Regel nur noch 37,5 oder gar nur 35 Stunden pro Woche.

So, und dann sitzt man da nun als 53jähriger Semijugendlicher in einem Flugzeug und ärgert sich scheckig, weil man wegen des »80-dB(A)-Turbinengeräuschs von der Götterdämmerung im iPhone nur das Bam Bam in Siegfrieds Trauermarsch halbwegs hört - so ein Scheiß.

Bei der Rückkehr habe ich daraufhin das iOS 7.1.1 meines iPhone 4 aus seinem Gefängnis befreit, mich per ssh(1) als root beim iPhone angemeldet und die folgende Datei gelöscht:

rm /System/Library/Frameworks/MediaToolbox.framework/RegionalVolumeLimits.plist

Nach dem Neustart entfaltet nunmehr Wagners Ring die volle Fulminanz, und zwar auch aus dem iPhone heraus.

EUC, FYI!

Copyright © Dr. Rolf Jansen - 2014-06-21 14:58:57

PROMOTION